historische Gräber Südfriedhof* Lutherrose/Schmetterlings/Ichthys/Rosendom u. Dorotheengarten
Kindergräber Kriegsgräber

1. O IV 604 – Grabstätte
Dr. Hoch

Dr. Hans Hoch war Doktor der Volkswirtschaft und hat einen Großhandel für Farben u. ä. betrieben. Er hat der Stadt die wichtigste Stiftung vermacht, aus der u. a. Stipendien finanziert werden. Aus seinem Nachlass erwarb die Anscharkirchengemeinde das Kruzifix des Bildhauers Haas, das in der Taufkapelle hängt und die Stimmung der Menschen nach dem Kriegsende ausdrückt, und die Barock-Madonnen, welche  unter der Empore neben der Tür zur Taufkapelle aufgestellt wurden. 

1.a O IV 603 – Grabstätte
Wolf

Bruno Wolf war Wollkaufmann und bewohnte eine der bedeutendsten Villen in der Marienstr. 11. Wie die Villa, so wurde auch die ausgezeichnete Grabanlage vom Architekten Emil Wittig entworfen. Der Grabstein wurde 1929 gefertigt. Das Material des Steins ist Muschelkalk

 

2. O III 965 – Grabstätte
Kellermann

Der Name Kellermann spielte bereits als Kirchenvorstands-vorsitzender und Justizrat eine wichtige Rolle beim Bau der Vicelinkirche 1829 - 1834. Die verwendete Grabfigur ist eine Reproduktion von Werken der Bildhauer der Romantik. Das Material ist Bronze. In derselben Art ist wahrscheinlich das frühere Denkmal auf dem Kleinflecken die Siegesgöttin entstanden. Vom Stil her gehört diese Plastik in das 19. Jahrhundert, etwa, 1880 – 1900.
Die Statur wurde im Jahr 2008 entwendet.

2.a O III 963 – Grabstätte
Mylord

Adolf Mylord war Rechtsanwalt und Notar. Er besaß eine Jugendstilvilla in der Marienstr. 26. Der Grabstein von hoher gestalterischer Qualität dürfte von Architekt Roß entworfen worden sein, von dem auch der Villenentwurf stammte.

 

3. O IV  593 – Grabstätte
Tode

Die ursprüngliche Wittorfer Mühle, dann nachher die Kloster-Mühle in der Lütjenstraße, wurde in der Mitte unseres Jahrhunderts  von Otto Tode betrieben. Rolf Tode, sein Sohn, war der letzte Müller. Interessant ist die Gestaltung des  Grabsteins aus einem Mühlstein. 

4. O IV 478 – Grabstätte
Charlotte Lück

Ein sehr schöner Grabstein von sehr guter Gestaltungsqualität und in guter Natursteinbearbeitung.

 

5. O IV F6  57a – Grabstätte
von Schierstedt

Herr von Schierstedt war Gartenbauarchitekt und hat die kirchlichen Friedhöfe unserer Stadt von 1946 – 1960 geleitet. Er hatte sich bereits  mit Kriegsgräbern und deren Anlage beschäftigt und hat dann auch in Schleswig-Holstein viele Gefallenenehrenmale und Friedhofsanlagen entworfen. Er beriet viele Gemeinden, da es damals wenige gestalterisch erfahrene Friedhofsgestalter gab. Sehr schön gearbeitet ist die Grabanlage seiner Familie in Oberkirchener Sandstein gearbeitet ist die Grabanlage seiner Familie.

6. O IV 443 – Grabstätte
Enghusen

Der alte Stein von 1928 ist künstlerisch sehr interessant.

 

7. O IV 591 – Grabstätte
Schlabow

Dr. h. c. Karl Schlabow war ursprünglich an der Akademie München ausgebildeter  Kunstmaler. Er wanderte nach Peru aus. Gefördert durch den Tuchfabrikanten Ludwig Simons, baute er nach seiner Rückkehr das Textilmuseum in Neumünster auf. Nach dem Krieg erneuerte er die Sammlungen, da große Teile durch Bomben und Besatzung verloren gegangen waren. Bis zu seinem Lebensende hat er wissenschaftlich an  Textilfunden der Bronzezeit  gearbeitet.

8. O IV 588 – Grabstätte
Karres
 

Wichtig ist der Grabzugang, der typisch war bei Prominentengräbern. Es war zur damaligen Zeit üblich, dass an  Marmor- oder Granitpfeilern eine schmiedeeiserne Kette hing. Karres war Lederfabrikant.

 

9. O IV 361 – Grabstätte
Braasch

Herr Jasper Braasch hatte eine Hefe- und Spirituosenfabrik am Großflecken 44-46.
Am Waschpohl sind heute noch Teile der Fabrikgebäude erkennbar. Ursprünglich gehörte auch das Gut Freesenburg der Familie Braasch. Da dieses Gelände am Ende der dreißiger Jahre für den Flugplatzbau gebraucht wurde, musste der Betrieb zum Augustenhof umgesiedelt werden. Heute steht dort auf Teilen  der Hofflächen ein  neues Einkaufszentrum.
Der Grabstein ist künstlerisch anspruchsvoll. Es könnte sein, dass der Architekt Roß ihn gestaltet hat, weil auch Teile der Braasch`schen Fabrik von diesem entworfen wurden.

10. O IV 357 - Grabstätte
Rix

Der Grabstein stammt gestalterisch aus den Jahren um 1880 . Diese Art von Obelisken wurden damals häufig gewählt.  Gustav Rix war Landwirtssohn und Direktor der Holsten-Brauerei.

 

11. O IV 352 – Grabstätte
Gottschalk

Der Grabstein besteht aus Sandstein und ist gestalterisch sehr interessant. Entworfen wurde das Grab im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts.

 

12. O IV 351 - Grabstätte
Wehrenpfennig

Herr Wehrenpfennig war Partner in der Trikotagenfabrik Wehrenpfennig und Brüggen am Großflecken. Der Grabstein ist vom Entwurf her eine Standardlösung aus dem Jahre 1910  (schwarzer Granit). Etwas holzig in der Formgebung aber interessant, weil in dieser Zeit die alten Formen der Romantik schon modernisiert wurden. 

13. O IV 266 – Grabstätte
Mohr / Schöllhammer

Die in heutiger Zeit gestaltete, sehr sensible Grabanlage des Gärtnermeisters Schöllhammer aus dem Haart ist deshalb eindrucksvoll, weil auch das Schriftbild des Grabsteines  in seiner Zurückhaltung gelungen ist.

14. O IV 151  - Grabstätte
Walther Boes

Walter Boes war Brauereidirektor der gleichnamigen Brauerei in der Rendsburger Straße. Ein sehr anspruchsvoller Sandstein mit einer für unsere Stadt ungewöhnlichen Reliefdarstellung des Verstorbenen.

 

15. O IV 146 – Grabstätte
Anton Sager

Die vom Architekten Roß entworfene Anlage mit  Jugendstilgitter ist von höchstem künstlerischen Wert. Skulptur und Grabplatten sind  ein Werk des Berliner Bildhauers Isenbeck, der  auch die Außenreliefs an der Taufkapelle der Anscharkirche und das Ehrenmal des Schl.-Holst. Infanterie-Regiments Nr. 163 fertigte. Das Ehrenmal steht heute in der Rantzau-Kaserne in Boostedt. Die Grabanlage ist die bedeutendste des Friedhofs nach dem Moll`schen Mausoleum. Das Material der Steine ist Muschelkalk. Anton Sager – gestorben 1951 – hat die Tuchfabrik C. Sager & Söhne bereits vor dem ersten Weltkrieg geleitet. Er war einer der engagiertesten Bürger für den Neubau der Anscharkirche.

16. O IV 125 - Grabstätte
Köster

Die Lederfabrik Emil Köster ursprünglich am Schleusberg war zuletzt in Gadeland dort, wo jetzt das Famila Einkaufszentrum steht. Das Grabmal wurde 1923 mit großem Ehrgeiz in sehr einfachen Formen aus Granit und Gusseisen hergestellt und spiegelt den Charakter unserer damaligen Industriestadt in sehr angemessener Weise wieder.

 

17. O IV 121 a – Grabstätte
Ebbinghaus

Der Ostpreuße Heinz Ebbinghaus war ab 1945 Pastor in Neumünster. Initiator des ersten Neubaus einer Kirche nach dem Krieg in Bokhorst, war  ebenso mit seiner Frau besonders engagiert für die Gründung der Beschützenden Werkstätten für behinderte Menschen in der Rügenstraße.

 

18. O IV 124a - Grabstätte
Graf

Professor Graf war Chefarzt des Friedrich-Ebert-Krankenhauses und  Initiator des Neubaus von 1925 – 1932 am Sachsenring. Er war ein bedeutender Chirurg. Der gut gestaltete Grabstein aus Muschelkalk wird seiner herausragenden Persönlichkeit gerecht.

 

18.a O IV 14 – Grabstätte
Mehrens/Reiche

Die Anlage zeichnet sich durch eine gut gestaltete Grabwand aus.

19. O III  43 – Grabstätte
Christian Friedrich Köster
 

Chr. Friedrich Köster war Tuchfabrikant. Der vor dem ersten Weltkrieg errichtete Neubau in der Gartenstraße, ist der bedeutendste Fabrikbau seiner Zeit. Es ist anzunehmen, dass Baurat Reese, der auch Wohnhaus und Fabrik für ihn entwarf, dieser Grabstelle gestaltet hat. Sie ist sehr aufwendig und hervorgehoben  durch die Bronzefigur. Der Stil gehört in das Ende des 19.  Jahrhunderts  den Historismus. Das Material ist schwarzer Granit. Es ist nicht bekannt, welcher Bildhauer hier gearbeitet hat. Es gab damals auch die Möglichkeit, diese Steine zu bestellen. Die beiden Blumenkörbe an den Seiten aus Stein (Rosenkörbe) gehen schon stilistisch in den Jugendstil hinein. Das neue Grab mit weiteren Steinen, auch für Bruno Köster, der 1954 starb und nach dem zweiten Weltkrieg für einige Zeit auch Oberbürgermeister unserer Stadt war, sind der Anlage sorgfältig angeglichen.

20. O III  37 – Grabstätte
Mausoleum Moll

Familie Moll hatte eine Eisengiesserei  und ein Emaillierwerk in St. Petersburg und auch ein Werk in Neumünster. Dies war dann die spätere Fabrik Land und See, in der im Krieg Messerschmidt-Flugzeuge montiert wurden. Das Mausoleum wurde in den Jahren 1912 bis 1913 vom Architekten Roß entworfen, von dem auch deren Villa in der Carlstraße stammte.  Die Grabplatte, die Figur, die Säulen, die Terrakotten und die schmiedeeisernen Gitter sind alle von höchster künstlerischer Qualität. Wir können annehmen, dass die Grabstätte von den gleichen Firmen errichtet wurde, die auch am Bau der Anscharkirche beteiligt waren. Es ist auch anzunehmen, dass der Bildhauer Isenbeck ist. Die Figur besteht aus Marmor, die Säulen aus Muschelkalk. Die Terrakotten wurden von russischen Arbeitern in Handarbeite in Russland gefertigt und mit den beiden Textplatten nach Neumünster geliefert. Es hat im Mittelalter eine Terrakottawerkstatt in Lübeck gegeben, so dass diese Technik der keramischen Platten eigentlich auch schleswig-holsteinisch ist. Der Ziegelrohbau ist dem Heimatstil zuzuordnen. Die schmiedeeisernen Gitter wurden von der Werkstatt Bergner & Franke in Weimar hergestellt. Das Mausoleum ist nach dem Denkmalschutzgesetz ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung. Von der Stadt ist in den 80er Jahren ein Gutachten  des Architekten Manfred Hermenau angefertigt worden, über eine Restaurierung dieses Grabmals in Höhe von ca. 70.000,-- Euro. Der Stadt ging das Geld aus, so dass diese Maßnahme nicht durchgeführt wurde. Dennoch konnten die Terrakotten für die Pfeiler, die aufgemauert werden sollten gesichert werden. Sie lagern im Keller der Friedhofskapelle, ebenso einige der schmiedeeisernen Gitter.

21. O III  14 – Grabstätte
Ernst Bremer

Ernst Bremer hatte eine Tuchfabrik am Großflecken neben Oldehus. In dem Gebäude befindet sich jetzt der Optiker Leihberg. Sie wurde in den zwanziger Jahren geschlossen. Man kann annehmen, dass der Architekt Roß diese Grabstätte entworfen hat, weil dieser auch das Wohnhaus in der Brachenfelder Straße umgebaut hatte. Die Wand ist aus Granit und die eingesetzten Platten aus Muschelkalk. Im  Mittelteil  befindet sich eine eingesetzte Marmorplatte.

 

23. O III    1  -  Grabstätte Max
Röer

Max Röer war Bürgermeister der Stadt Neumünster von 1894 - 1919. Das Grab ist von Baurat Reese entworfen, der  Karriere unter Röer gemacht hatte.  Herr Röer war einer der erfolgreichsten Oberbürgermeister unserer Stadt. Verlagerung der Fabriken aus dem Ortskern, Rathausneubau, Bau der Sick-Kaserne, des Amtsgerichts und der Gefängnisbau sind seiner Initiative zu verdanken. Das Gefängnis war wichtig für die Kokoswebereien (hier arbeiteten die Gefangenen).  Die Wrangelstraße hat Röer als Industriegebiet mit Bahnanschluss angelegt. Die letzten dort arbeitenden Fabriken waren Bartram, Hermann G. Schmidt und Adler und Oppenheimer (jetzt Lutz-Wohnschau). Er plante, die Stör von Neumünster bis Arpsdorf schiffbar zu machen, um an den Schiffsverkehr der Elbe angeschlossen zu werden. Der Max-Röer-Platz ist nach ihm benannt worden. Er hat die Stadt  nach dem ersten Weltkrieg verlassen, enttäuscht  darüber, dass die alte Herrschaftsform, die er noch bevorzugt hatte, durch die Weimarer Republik abgelöst worden war. Als er seine Tätigkeit begann war er mit einer Stimme Mehrheit gewählt worden. Es gab eine Kampfabstimmung zwischen dem damaligen Bürgermeister Eduard Schlichting und ihm. Die Stadt erlebte zu seiner Amtszeit einen großen Aufschwung. Die Grabstätte wird heute von der Stadt Neumünster (Grünflächenamt) gepflegt und unterhalten.

24. Stgr. NO II  1 – Grabstätte Ludwig Simons

Ludwig Simons besaß die gleichnamige Tuchfabrik in der Gartenstraße. Er  verunglückte 1945 bei einem Autounfall, als er, politisch unbelastet, mit der englischen Besatzungsmacht in Hamburg verhandelte, um die Demontage der Maschinen der Neumünsteraner Tuchfabriken zu verhindern.

 

25. Stgr. NO II 10 a Grabstätte Franz Rohwer

Franz Rohwer war Gründer einer Maschinenfabrik in der Wasbeker Straße und Mitbegründer des Emaillierwerkes Firma Moll und Rohwer. Das Grab könnte Magnus Schlichting (Architekt) entworfen haben. Es gehört noch in den historischen Stil der Spätromantik (1880 – 1900 etwa). Als Material wurde bevorzugt schwarzer Granit verwendet. Die Familie Rohwer war künstlerisch begabt. Der  herausragende Komponist und der erste Leiter der Musikhochschule Lübeck nach dem Kriege, Jens Rohwer, ist ein Sohn dieser Familie. 

26. Stgr. NO II 14/15
Grabstätte Selck

Selck war Wollhändler und besaß eine Villa in der Marienstraße 18, die, wie auch die Grabstätte, von Baurat Reese entworfen worden war.

 

27. NO I 508/512 -Grabstätte
Renck
 

Die Familie Renck war eine der ältesten Tuchmacherfamilien. Die erste Dampfmaschine in Neumünster wurde in deren Fabrik  auf der Klosterinsel eingesetzt. Der letzte Erbe, Heinrich Renck, lebte am Großflecken 41. Er ist als Mäzen für unsere Stadt hervorgetreten. So spendete er erheblich für die Vicelinkirche, ebenso für den Neubau der Anscharkirche - vor allem  das Geläut. Es gibt eine Renck-Stiftung bei der Stadt Neumünster. Die historisch bemerkenswerte Grabstätte ist wahrscheinlich vom Architekten Schlichting entworfen (Historismus in Reinkultur). Die Stadt erhielt ferner den Renckschen Park. Dieser hatte ursprünglich eine Verbindung mit seinem Haus, Großflecken 41. Die Grabstätte wird heute gepflegt und erhalten vom Grünflächenamt  der Stadt.

28. Stgr. NO II 20 – Grabstätte Rohde
 

Johs. Rohde war Braumeister. Die Gestaltung des Grabsteins ist bemerkenswert. Im Jahre 2001 wurde die Figur von der Firma Alfred Schmidt (Metallbildhauer), Trappenkamp, umfangreich saniert.

 

28.a Stgr. NO II 19 Grabstätte
Tode
 

Erste Grabstelle der Müllerfamilie, die gestalterisch hervorzuheben ist, wegen der architektonischen Wegeinfassung, deren Entwurf dem Baurat Reese zugeordnet werden kann.

 

29. Gedenkstein für die beim Brande verunglückten Mitarbeiter 1888.

Einen furchtbaren Brand hat es in der Tuchfabrik Chr. Friedrich Köster gegeben (Gartenstraße - Ecke Schützenstraße). Dort sind die Arbeiter nicht aus dem Gebäude herausgekommen, weil die Fluchtwege zu den Türen vom Feuer versperrt waren und die kleinteiligen Gusseisenfenster sich nicht öffnen ließen. So mussten die Menschen draußen ohnmächtig mit ansehen, wie ihre Kollegen verbrannten. Der Stil des Grabsteins ist Historismus - Renaissance. Das Materialer  ist Sandstein. Die Grabstätte wird heute gepflegt und erhalten durch die Stadt Neumünster (Grünflächenamt).

 

30. Stgr. NO II 26 - Grabstätte Familie Max Müller

Der Unterbau gehört in die Jahre um 1905 zum  Jugendstil. Das Kreuz aus Muschelkalk ist wahrscheinlich hinterher aufgesetzt worden.

 

31. Stgr. A-X , Y 45 Grabstätte Familie Gustav und Carl Peter

Die Familie Peter betrieb eine Trikotagenfabrik in der Kieler Straße. In der nächsten Generation die Bäckerei Peter. Deren letzter Inhaber, Christian Friedrich Peter, war der von 1982 - 1986  Stadtpräsident in Neumünster war. Das Material des Grabsteins ist schwarzer Diabas mit Goldschrift. Eine bevorzugte Lösung aus den Jahren um 1890. Die Rückwand ist wahrscheinlich von einem Architekten gestaltet worden. Vermutlich wurde sie vor dem ersten Weltkrieg entworfen. Sie gehört zum späten Jugendstil.

 

32. Stgr. A-X , Y 44 Grabstätte
Familie Barlach

Das bedeutendste Familienmitglied ist der geheime Sanitätsrat Dr. Carl Richard Barlach gewesen. Er war der Leiter des hiesigen Krankenhauses im Meßtorffweg. Ein Neubau, der durch seine Initiative errichtet und vom Architekten Schlichting entworfen worden ist. In dieser Zeit grassierte durch die Lederfabrikation der Milzbrand als schwere Infektionskrankheit in Neumünster und der berühmte Mediziner Robert Koch in Berlin hatte die Bakterien entdeckt und auch Empfehlungen gegeben für den Neubau dieses Krankenhauses. Der gewählte Grabstein als Obelisk ist die häufigste Form aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Rückwand bilden mit Kranzmotiven dekorierte Pfeiler, die mit  Feldern aus Bossenmauerwerk anspruchsvoll gestaltet sind. Die Pfeiler könnten von Reese entworfen sein.

33. Stgr. A-X, Y  32  Grabstätte
Familie Theodor Bartram

Theodor Bartram war Tuchfabrikant. Der Sohn des Kommerzialrates war Dr. Walter Bartram. Ursprünglich in Hamburg Direktor einer Ölfirma, betrieb er nach dem Krieg die Futtermittelfabrik von Micheels in Nortorf, ging dann in die Politik und war eine kurze Zeit Ministerpräsident von Schleswig-Holstein und später Bundestagsabgeordneter. Er wohnte in Boostedt unweit des Radarturmes, im früheren Jagdgebiet seines Vaters, ein Privileg seiner Regierungstätigkeit. Der Grabstein entspricht den gehobenen Ansprüchen der damaligen Zeit. Auch die       Rückseite des Obelisken ist beschriftet.

 

34. Stgr. A-X, Y 31 Grabstätte
Hinselmann

Die Hinselmannns waren  eine große Brauereifamilie, ursprünglich Landwirte im Osten Neumünsters. Der Familie gehörten die ganzen Schwalewiesen und das Gelände der jetzigen Marien- und  Fritz-Reuter-Straße. Der Brauereibesitzer Detlef Hinselmann heiratete die Tochter Marie der Harms`schen Brauerei. Dies war die zweite Brauerei in Neumünster, sie lag  an der Rendsburger Straße (später Marsian). Die Familie Hinselmann war sozusagen der letzte  „ Bürgeradel “  in Neumünster.

35. Stgr. A-X, Y  27 Grabstätte
Hanssen

Die Familie Hanssen  waren Tuchfabrikanten. Die letzte Fabrik lag  in Brachenfeld,  jetzt Famila. Von den ehemaligen Fabrikbauten sind  heute noch Reihenhäuser und zwei wertvolle historische Villen der Gebrüder Hanssen erhalten. Der Grabstein ist üppig, die Rückwand aufwendig und anspruchsvoll gestaltet.

 

36. Stgr. A-X, Y  25 Grabstätte
Heinrich Rowedder

Die Fabrik der Familie Rowedder lag zwischen Christian- und Parkstraße, wo  jetzt das Parkcenter steht. Heinz Rowedder war der letzte Tuchfabrikant der Familie und von 1961 bis zu seinem Tode Capitain und Ehrencapitain der "Bürgergilde zu Neumünster seit 1578.“

 

37. Stgr. A-X, Y 22a Grabstätte
Propst Riewerts

Brar Volkert Riewerts war Propst in Neumünster von 1897 – 1915. Die Riewerts kamen von der Insel Föhr. Die Grabsteine sind anspruchsvoll gestaltet. Das Material ist Oberkirchener Sandstein, der sich hier leider schlecht hält, damals aber ein häufig verwendeter  Stein war.

 

38. Stgr. A-X, Y  19 Grabstätte
Pastor Wilhelm Claudius

Dieses Grab hat etwas von den Darstellungen der Befreiungskriege Anfang des vorigen Jahrhunderts. Bilder von Caspar David Friedrich o. ä. geben die  Stimmung dieser Gestaltung wieder. Der Findling, der bewusst so ruinös gearbeitet ist und darauf das Kreuz hoch oben auf dem Felsen - Ein Hochkreuz auf einem Gebirgsgipfel. 

 

39. A-X H 25 – Grabstätte
Hans Voss


Dies ist die älteste uns bekannte erhaltene Grabstätte auf dem Friedhof. Die erste Beerdigung in dieser Grabstätte wurde im Jahre 1874 durchgeführt.

 

40. Stgr. A-X, Y 18 Grabstätte
Familie Blunck

Kommerzialrat Blunck betrieb ein Baugeschäft in der Rendsburger Straße ( später Friedrichsen, dann Raab
Karcher ). Er spielte am Ende des vorigen Jahrhundert in Neumünster eine bedeutende Rolle. Dies ist eine  anspruchsvolle und historisch wichtige Grabstätte mit einer Gruft und einer gestalteten Rückwand. Die Rückwand ist aus Sandstein, die Gruft aus Granit. Wahrscheinlich ist das Grab für die Beerdigung von Antonie Blunck 1888 hergerichtet worden. Von der kulturgeschichtlichen Entwicklung her, ist diese Grabstätte wahrscheinlich eine der frühesten Anlagen, die auf diesem Friedhof stehen. Ursprünglich ist die ganze Anlage in Sandstein gewesen und dann später in Granit renoviert worden.

41. Stgr. A-X, Y  15 Grabstätte
Christian Friedrich Peter

Die Grabstelle ist anspruchsvoll mit antiken Motiven und keinen Rosen in den Ecken gestaltet,  wahrscheinlich vom Architekt Emil Wittig.

 

42. Stgr. A-X, Y 14 a -
Engel und Gosche Kühl

Grabstein in  Diabas mit flachem Relief im Oberteil und jugendstilartiger Bekrönung, in sehr gut gestalteter Ausarbeitung.

43. Stgr. A-X, Y  10 Grabstätte Krickau

Dr. Bernhard Krickau war Medizinalrat und er leitete das Krankenhaus am Meßtorffweg. Das Grabmal ist aus Sandstein - anspruchsvoll gestaltet. Es könnte sein, dass es die Roß‘sche Handschrift trägt. B. Krickau und Hans Roß gehörten der gleichen studentischen Verbindung  (Corps) an und waren befreundet.

 

45. Stgr. A-X, Y  2a Grabstätte
Apel

Die Grabstelle wurde von einem Exportkaufmann, der nach Brasilien ausgewandert war, für die Familie und den Bruder in besonderer Weise gestaltet. 

 

46. S I 496 – Grabstätte
Wagner

Die Familie Julius  Wagner betrieb eine Tuchfabrik in der Wrangelstraße. In den 20er Jahren wurde die Fabrik geschlossen. Der Sohn Karl Wagner (auf der rechten Platte) betrieb in Wuppertal eine Fabrik. Der hochwertige Entwurf der Grabstätte stammt wahrscheinlich von Baurat  Reese, weil er diese antike Formen bevorzugte (dorische Säulen). Es ist ein klassizistischer Bau. Das Material Kalkstein ist erstaunlich gut erhalten.

47. S I 275  - Grabstätte
Dehn

Herr Heinrich Dehn hatte ein Baugeschäft in der Bismarckstraße und eine Ziegelei bei Hohenwestedt       (jetzt die Fa. Bartram - Bau).  Dehns  Baufirma hatte bereits beim Neubau der Anscharkirche und dann später beim Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg die Zimmerarbeiten ausgeführt . Der jetzige Altar in der Anscharkirche wurde von Dehn gestiftet. Das Eichenholz für den Altar stammte aus dem Abbruch einer Kate aus der Gegend von Hohenwestedt. Gegen Ende seines Lebens war Hein Dehn der Schrecken der Autofahrer, weil er im Alter von über 80 Jahren seinen großen 8 Zylinder BMW sehr selbstbewusst  mit Holzpantoffeln fuhr. Der Grabentwurf  entspricht den Wertvorstellungen  der Jahrhundertwende mit schwarzem Granit und Goldschrift.

48. S I 466 – Grabstätte
Steffen

Richard Steffen war in Neumünster Propst von 1933 – 1966. In Lygum Kloster geboren war er bis ins hohe Alter der Initiator einer reichen Bautätigkeit, die mit der          Renovierung der Vicelinkirche und dem Neubau der Christuskirche in Einfeld als kleiner Kapelle 1934 begann und seinen Höhepunkt nach dem unermüdlichen Einsatz für den Wiederaufbau der Anscharkirche in den Neubauten der Nachkriegszeit erreichte.

49. S I 324 Der älteste Baum des Nordfriedhofs

Name: Sorbus intermedia - Schwedische Mehlbeere-.
Dieser Baum ist sicherlich über 100 Jahre alt und existierte wahrscheinlich schon bei der Einweihung des Nordfriedhofs im Jahre 1869. Es gibt nur wenige Exemplare dieser Baumart, die dieses Alter und diese beeindruckende Erscheinung erreichen. Der Baum ist trotz seines hohen Alters vital und gesund. Da er mehrere konkurrierende  Stämmlinge ausgebildet hat, musste die Krone mit einem speziellen Anker vor dem Auseinanderbrechen gesichert werden. Die Heimat dieser Baumart ist Skandinavien. Er gehört zu den wertvollsten Wildschutzgehölzen nördlicher Gebiete. Die Baumart ist enorm wind- und sturmfest, sie verträgt extremes Stadtklima.

50. Gedenkstätte 7 Steintafeln

An dieser Gedenkstätte stand von 1868 – 1972 die Kapelle auf dem Nordfriedhof. Ausführliche Informationen zu diesem historisch wichtigen Platz gibt es in dem Buch „Bejahtes Leben und Sterben“ von Propst Karl Hauschildt. Dieses Buch können Sie in der Friedhofsverwaltung erhalten.  

 

 

 

 

 

 

 

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