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Der Anfang ist getan: Pastorin Simone Bremer und ihr  Kollege Rudolf Schlender (re. ) mauerten gestern die Kupferrolle mit einem kleinen

Goldengel und einer aktuellen Courier-Ausgabe ein. Architekt Markus Fehrs (li.) und Polier Andre Lieberthron assistierten.            BLUHM*

Fester Treff auf dem Friedhof*

Kirchengemeindeverband baut für 600 000 Euro eine Begegnungsstätte für Besucher und Ratsuchende

NEUMÜNSTER Was lange währt, wird endlich gut: Fast zehn Jahre nach den ersten Überlegungen für eine Begegnungsstätte auf dem Südfriedhof feierten Kirche, Handwerker und ihre Gäste gestern Grundsteinlegung.

Etwas zurückliegend, umgeben vom alten Baumbestand und in Sichtweite der Friedhofskapelle soll hier für rund

600 000 Euro ein ansprechender Treffpunkt für Friedhofsbesucher entstehen. Bauherr ist der Kirchengemeindeverband, in dem die elf Kirchengemeinden Neumünsters zusammengeschlossen sind. Der Verband unterhält auch den Friedhof an der Plöner Straße. Die Begegnungsstätte sei "eine Einladung
 

 

an alle Menschen, die hier ihre Angehörigen besuchen oder im Park einfach nur Ruhe und Erholung oder das Gespräch mit Gott suchen", sagte Pastorin Simone Bremer bei dem Festakt.

Der eingeschossige Bau bietet neben einem Gastraum Platz für zwei Büros, in die später ein Teil der Friedhofsverwaltung einziehen soll. Das Pförtnerhäuschen am Eingang zum Friedhof soll dann abgerissen werden. Auch die Hospizinitiative will hier stundenweise beraten, Der Gastraum mit Blick auf die Kapelle soll etwa 20 Personen Platz bieten. Er soll auch kleinen Trauergesellschaften zur Verfügung stehen, in erster Linie aber Friedhofsbesuchern, Konfirmanden-

 

 

oder Kitagruppen dienen, die sich mit dem Themen Friedhof, Tod und Vergänglichkeit beschäftigen.

Architekt Markus Fehrs möchte den Bau Mitte kommenden Jahres übergeben. Friedhofsleiter Dieter Schröder will die Fertigstellung zum Anlass nehmen, auch die Zufahrt auf den Friedhof neu zu regeln. Möglicherweise soll eine Schranke installiert werden, die nur per Chipkarte zu öffnen ist. Künftig sollen dann nur solche Autofahrer aufs Friedhofsgelände einfahren können, die, so Schröder, "ein berechtigtes Interesse" geltend machen können. Jens Bluhm

"Nachbar" auf Seite 17 Kommentar auf Seite 18

02.12.2010

 

 

Friedhofs-Treff

 

Neumünster

Für 600 000 Euro baut der Kirchengemeindeverband auf dem Südfriedhof eine neue Begegnungsstätte. Pastorin Simone  Bremer(Foto) legte bei der Grundsteinlegung die Kupferrolle mit einem Engel ins Fundament. SEITE 18

 

Kommentar

 

Treffpunkt Friedhof

 

zum Bau der neuen Begegnungsstätte

 

von Jens Blum

 

 

Kaffeetrinken auf dem Friedhof? Ja, darf man das denn? - Aber natürlich. Tod und Vergänglichkeit sind keine Dinge, um die wir einen großen Bogen machen sollten, sie gehören zum Leben dazu. Und nirgendwo steht geschrieben, dass wir bei der Zwiesprache mit unseren Ahnen frieren oder im Regen stehen müssen. Das wäre wohl auch kaum in deren Sinne. Also warum nicht ein gemütlicher Treff auf dem Friedhof? Wem das pietätlos erscheint, der sollte sich vielleicht erst einmal an die vielen Autofahrer wenden, die ihren Kranz unbedingt bis ans Grab fahren müssen. Das stört an einem Ort der Ruhe wirklich.

Nachbar

 

Architekt mit Liebe zur Landschaft

 

Er baut im Auftrag der Kirche: Karsten Wittorf (58) ist seit vier Jahren Kirchenkreisbaupfleger und seit der Fusion von Kiel und Neumünster zum neuen Kirchenkreis Altholstein für immerhin gut 500 Gebäude - Kirchen, Gemeindehäuser oder Kindergärten zwischen Henstedt-Ulzburg und Kiel zuständig. Für sein jüngstes Projekt wurde gestern auf dem Südfriedhof der Grundstein gelegt:

Auch die neue Begegnungsstätte stammt aus der Feder des Ostholsteiner Architekten, der sich gestern auch ein bisschen an seine Kindheit erinnert fühlte. Nur ein paar hundert Meter von der Baustelle entfernt, an der IGS Brachenfeld, baute er 1980 sein Abitur. Der gebürtige Husberger gehörte 1972 zur ersten Generation der Gesamtschüler in Neumünster, zog nach dem Abitur aber zum Architekturstudium fort. Heute lebt er mit Frau und zwei Kindern in Hansühn. Wenn Job oder Familie es zulassen, ist Karsten Wittorf gern mit der Kamera unterwegs: Der 58­Jährige ist ein begeisterter Landschaftsfotograf. (hl)        Bericht auf Seite 18

02.12.2010

   

Ein Ort für Austausch und Begegnung
Gezeitencafe auf dem Friedhof wird Sonntag eingeweiht    

Friedhofsgärtner Sönke Schröder gestaltete aus alten Steinen eine vorübergehende Dekoration für die Fläche vor dem neuen Friedhofscafé.

 

Neumünster. Das Gezeitencafe auf dem Süd-Friedhof in Neumünster ist nach knapp einem Jahr Bauzeit einzugsbereit. Am Sonntag um 14.30 Uhr wird der 620 000-Euro-Bau eingeweiht. Das Gebäude bietet Platz für Beratung und Begegnung, Trauergruppen und Trauergesellschaften.

Von Beate König

 

Die Idee zum Café wurde gemeinsam mit dem Friedhof in Ahrensburg vor neun Jahren geboren. Das Café dort ist seit Jahren geöffnet, erinnerte Pastorin Simone Bremer an die Anfänge. Motiv des Kirchengemeindeverbandes und der Friedhofsverwaltung: Friedhofsbesucher haben oft das Bedürfnis nach - Austausch. Sie wendeten sich bislang an den Pförtner. Das Café soll als neue Anlaufstelle den Trauernden ein Gefühl von Gemeinschaft geben. "Wir fühlen uns besonders verpflichtet, Menschen zu betreuen", sagt Friedhofsverwalter Dieter Schröder. Für den Begegnungsort wurde Karin Jahnke als Café-

 

Betreiberin neu eingestellt. Sie bietet montags bis freitags im Café von 10 bis 16 Uhr, am Sonnabend von 13 bis 16 Uhr Selbstgebackenes und Kaffee an, der Ausbildungsverbund ergänzt das Angebot.

290000 Euro brachte der Friedhof auf, der Kirchengemeindeverband schießt als Träger 20000 Euro dazu, 310000 Euro werden über die Evangelische Darlehensgenossenschaft finanziert. Die Maxime "einladend" setzten die Architekten Karsten Wittorf und Markus Fehrs im 200 Quadratmeter großen, eingeschossigen Gebäude mit einer großen Fensterfront um, die bereits von der Plöner Straße aus zu sehen ist. Im inneren finden sich sechs Räume, das Café kann für Gesellschaften in zwei Räume unterteilt   werden.

 

Die Planer integrierten regenerierbare Energien ins Haus: Das nach Süden geneigte Pultdach ist vorbereitet, um später eine Fotovoltaik-Anlage aufzunehmen, mit der Strom für das Haus erzeugt wird. Geheizt wird kostensparend und umweltbewusst  mit Erdwärme. Hinter dem Gebäude soll für den Cafébedarf ein Blumen-, Obst und Kräutergarten entstehen, vorn für Gäste eine Terrasse. Derzeit stehen in der Anlage vor dem Café Skulpturen von Friedhofsgärtnermeister Sönke Schröder. Sie sollen im Frühjahr durch Blatt-Skulpturen ersetzt werden. Für Gäste hat das Café erstmals am Mittwoch, 30. November, geöffnet.                 28.11.2011

 

 

 

Neuer Treffpunkt auf dem Friedhof

Ein Cafe auf einem Friedhof - passt denn das? Diese Frage mag sich mancher stellen, der künftig das neue Gezeiten-Cafe auf dem Südfriedhof an der Plöner Straße besucht. Und er wird schnell merken: Dieses Gebäude hat hier noch gefehlt. Etwas abseits der Gräber und der Straße - zwischen der Pförtnerei, der Kapelle und der Verwaltung - ist ein modernes und einladendes Haus entstanden, in dem man viel mehr kann als nur Kaffee trinken und Kuchen essen. Künftig wartet dort ein helles Begegnungs- und Beratungszentrum nicht nur für Trauernde, sondern für jeden interessierten Friedhofsbesucher.

Ganz neu ist die Idee im übrigen nicht. Wir haben so etwas im Jahr 2000 bereits in Ahrensburg gesehen, waren begeistert und verfolgen seitdem das Ziel, ein eigenes Cafe zu eröffnen", sagt Friedhofsverwalter Dieter Schröder Wie das so ist mit Bauvorhaben, bis alle beteiligten Gremien informiert und alle Anträge gestellt, genehmigt und schließlich der Bau erstellt ist, vergeht doch einige Zeit. Nicht nur alle Mitglieder der des Kirchengemeindeverbandes, der Bauherr des Cafe´ ist, mussten überzeugt werden. Der Kirchenkreis­Vorstand musste ebenso sein Okay zu dem 600 000 Euro teuren Vorhaben

 

 geben wie der Friedhofsausschuss, die Verbandsvertretung oder auch die Eigentümergemeinschaft. Manchmal wechselte die Zusammensetzung in den Gremien, dann durften wir die Pläne noch einmal vorstellen", sagt Dieter Schröder.  Schließlich erwies es sich als schwierig, geeignete Baufirmen zu finden, weiß viele Unternehmen so ausgelastet waren, dass sie gar kein Angebot abgaben. Doch all diese Probleme sind jetzt vergessen.

Am Sonntag, dem 1. Advent, wird nach einem Gottesdienst um 14.30 Uhr in der Friedhofskapelle das neue Gezeiten-Café feierlich eingeweiht. Rund 150 geladene Gäste aus Verwaltung, Politik, Gesellschaft und natürlich Kirche werden erwartet.

Sie bekommen ein offenes, freundliches Gebäude zu  Gesicht, das durch seine prägnannte Glasfront und das gewölbte Pultdach auffällt.  "Das sind die Markenzeichen", sagt Kirchenkreisbaupfleger und Architekt Karsten Wittorf, der das Gebäude allein entworfen und zusammen mit Architekt Markus Fehrs dann die Bauleitung übernommen hat.

-Wir wollen Transparenz schaffen", so Wittorf. Wer den 200 Quadratmeter großen eingeschossigen Bau betritt, wird in einer herzlichen Atmosphäre empfangen. Der Gastraum bietet Platz für rund 20 Gäste, die am Tresen ihre Bestellung aufgeben

 

 

     

können. "Neben einem Frühstücksangebot bieten wir verschiedene Kuchen und Kaffee-Spezialitäten an", sagt die neue Leiterin des Gezeiten-Cafès, Karin Jahnke. Die Kuchen werden zum Teil in der Küche selbst produziert, zum Teil kommen sie auch von Auszubildenden im Ausbildungsverbund Neumünster  (AVN). Ob Frucht­ oder oder Sahneschnitte oder auch Blechkuchen - hier findet jeder etwas für seinen Geschmack, das Angebot wechselt natürlich auch je nach Saison.

 

 

 

 

 

Durch die große Glasfront können die
Gäste beim gemütlichen Kaffeetrinken den
Ausblick in den kreativ gestalteten Garten
genießen. Vor dem Cafe wird im Frühjahr
der Rasen

                                       

 

Dazu kann man zum Beispiel einen Latte macchiato oder einen Espresso genießen. ,Wir sind offen für jedermann", sagt Karin Jahnke.
Nebenan bietet ein mit einer Glasfront abgetrennter Raum Platz für eine kleine Gesellschaft mit bis zu 25 Personen und ist damit optimal geeignet für Trauergesellschaften, aber auch für Sitzungen und Treffen - oder für Konfirmanden- und Kitagruppen, die sich mit dem Themen Friedhof, Tod und Vergänglichkeit beschäftigen wollen. Auch ältere Gäste können das Café problemlos besuchen, denn es ist natürlich ohne Barrieren zu erreichen und behindertengerecht ausgestattet. Und Karin Jahnke hat noch weitere Ideen: "Ich könnte mir gut vorstellen, dass das Café auch Ausstellungsraum für künstlerische Werke sein kann oder dass hier Lesungen stattfinden", sagt sie. Wir wollen bewusst keine Einrichtung für geschlossene, abgeschottete Gesellschaften sein. Es soll hier insbesondere auch für Trauernde deutlich werden, dass ihr Leben weitergeht", so die engagierte Leiterin. Trost, Beratung und Zuwendung ist dann auch das zweite große

 

Thema im Gezeiten-Café. Zwei Büros stehen auf der anderen Seite des Gebäudes zur Verfügung. Dort bietet künftig die Hospizinitiative Neumünster verschiedene Angebote. Aber auch Beratungsgespräche können dort stattfinden - etwa vierzehntägig mit Pastor Rudolf Schlender aus der Versöhnungskirche Gartenstadt. ­Hinter dem kleinen Nebengebäude mit Lager erstreckt sich noch ein idyllischer Garten, der im Frühjahr angelegt wird. "Dort soll unter anderem ein kleiner Obst- und Kräutergarten entstehen, aus dem wir uns dann ganz frisch bedienen können", stellt Karin Jahnke die Pläne vor. Auch vor dem Gebäude wird im Frühjahr noch gearbeitet. Dort entsteht eine große Rasenfläche, die dann angesät wird. Doch die im Moment noch öde wirkende Fläche wird schon jetzt deutlich aufgewertet. Denn Gärtnermeister Sönke Schroeder hat verschiedene Kopfskulpturen auch Holz,

 

 

 

Metall, aber auch aus alten Grabsteinen entworfen, die alle in Richtung Eingang schauen. Es lohnt sich also auf jeden

 

Fall, das neue Gezeiten-Café zu besuchen und
festzustellen: Genau so etwas hat hier noch gefehlt.
 

 

ÖFFNUNGSZEITEN

Das Gezeiten-Café auf dem  Südfriedhof an der Plöner Straße 130 in Neumünster hat ab Mittwoch, 30. November, in den Wintermonaten montags bis freitags jeweils von 10 bis 16 Uhr geöffnet, sonnabends von 13 bis 16 Uhr.
Sonntags ist geschlossen. Neben einem Frühstücksangebot gibt es verschiedene Kaffee-Spezialitäten und Kuchen.

26.11.2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor der markanten Fassade des Gezeiten-Cafes auf dem Südfriedhof begrüßten (von links) Friedhofsverwalter Dieter Schröder, Pastorin Simone Bremer, Leiterin Karin Jahnke und Pastor Rudolf Schlender die Gäste.                                                                    

 
Neues Friedhofs-Cafe: Ein Stein für Trauernde
     

NEUMÜNSTER

Mit einem Festgottesdienst für 80 geladene Gäste ist gestern Nachmittag das neue Gezeiten-Cafè auf dem Südfriedhof nach einjähriger Bauzeit offiziell eingeweiht worden. 620000 Euro hat der Bau der Beratungs­ und Begegnungsstätte gekostet. Die Investitionssumme bringt der Friedhof knapp zur Hälfte aus eigenen Rücklagen auf. Der Kirchengemeindeverband als Träger schießt 20000 Euro zu, der Rest wurde über Kredite finanziert. Es ist nach Ahrensburg die zweite Einrichtung dieser Art in Schleswig-Holstein. "Das Cafe soll ein Stein auf dem Weg für Trauernde zurück in die Gesellschaft sein", erklärte die Vorsitzende des Kirchengemeindeverbandes, Pastorin Simone Bremer, die zusammen mit Pastor Rudolf Schlender und Friedhofsverwalter Dieter

 

 

 

Schröder den Bau freigab. Neben dem Gastraum und einem separaten Raum für kleinere Trauerfeiern sind auch zwei Büros entstanden, in denen Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung künftig Fragen zu Bestattungen, Gräbern und Grabpflege beantworten. Geplant sind außerdem Angebote der Hospizinitiative für Trauernde.Die Leiterin Karin Jahnke und ihr Team bieten ab Mittwoch Getränke, Kaffee-Spezialitäten, hausgebackene Kuchen und Torten sowie zum Frühstück auch belegte Brötchen an. Geöffnet ist in den Wintermonaten montags bis freitags von 10 bis 15 Uhr und sonnabends von 13 bis 16 Uhr.

28.11.2011

 

Nachbar

Service-Kraft backt und kocht gerne
         
Mit viel Freude und einer gehörigen Portion Elan geht Monika Krüger (58) aus Ruthenberg ihre neue Aufgabe im Gezeiten-Cafe auf dem Südfriedhof an. Dort wird sie als "Service-Fee" künftig nicht nur für die Sauberkeit sorgen, sondern auch backen und die Gäste bewirten.

  Erfahrungen in der Gastronomie sammelte die angelernte Köchin bereits in Autobahn-Raststätten und in Restaurants. Außerdem gehört Kochen und Backen ohnehin zu ihren Leidenschaften. Davon profitiert auch ihr Mann, der ihre deftige Hausmannskost - von Sauerfleisch über Hackbraten bis  
Monika Krüger   zu Rouladen - gerne isst. Viele Zutaten, vor allem für Kuchen und Torten, bekommt die Mutter eines erwachsenen Sohnes aus dem Kleingarten in Einfeld, den das Paar seit 27 Jahren gemeinsam bewirtschaftet. Außerdem liest Monika Krüger gerne, macht Handarbeiten und spielt zudem Akkordeon.                             cli  

 

 


Ein Ort zum Wohlfühlen: Das Gezeiten-Café auf dem Friedhof Neumünster

Kann man bei einem Friedhof von einer neuen „Attraktion" sprechen? Doch, beim Gezeiten-Café kann man das. Denn es bietet den Besuchern auf dem zentralen Friedhof in Neumünster eine Anlaufstelle für Begegnungen bei einer gemeinsamen Tasse Kaffee. Außerdem erfahren sie dort Seelsorge und können sich in praktischen Friedhofsfragen Rat holen. Am ersten Advent ist das Gezeiten-Café eingeweiht worden.
 

 

 
 

Über sechs Räume (Küche und Sanitärräume mitgerechnet) verfügt der 620.000 Euro teure Neubau auf dem Neumünsterander Friedhof. Herzstück ist das Café. Es ist ein Ort, wo sich die Friedhofsbesucher treffen und wohlfühlen. „Viele Menschen, die auf den Friedhof kommen, trauern und sind allein. Im Gezeiten-Café können sie Gemeinschaft erleben", sagt Pastorin Simone Bremer. Sie ist Vorsitzende des Kirchengemeindeverbandes Neumünster, dem Träger des Friedhofs. Das Gezeiten-Café steht darüber hinaus Hinterbliebenen für die Feier nach der Beerdigung zur Verfügung.

„Wir bieten Getränke, Torten, Kuchen und belegte Brötchen zu zivilen Preisen an", zählt Friedhofsverwalter Dieter Schröder auf. Mit dem Cafébetrieb, erhofft sich Schröder, werde man eine "schwarze Null" schreiben.

Die Investitionssumme von 620.000 Euro bringt der Friedhof knapp zur Hälfte aus eigenen Rücklagen auf. Der Kirchengemeindeverband schießt als Träger 20.000 Euro dazu. Die übrigen 310.000 Euro sind von der Ev. Darlehensgenossenschaft (EDG) kreditfinanziert.

"Dafür haben wir ein modernes Gebäude bekommen, mit toller Optik und herrlichem Licht, das die Friedhofsbesucher wunderbar empfängt", schwärmt Friedhofsverwalter Schröder. Auch umwelttechnisch ist das Gezeiten-Café auf dem neuesten Stand: Die Erdwärmeheizung sorgt für behagliche Temperaturen, das Dach ist für eine spätere Photovoltaikanlage vorbereitet.

Noch nicht ganz fertig sind die Außenanlagen. Hinter dem Gezeiten-Café wird ein Obst- und Blumengarten entstehen, zwischen dem eingeschossigen Gebäude und der Kapelle soll eine optische Einheit hergestellt werden.

Die Pläne für das Gezeiten-Café hat der Kirchenkreis-Architekt Karsten Wittorf gezeichnet, die Bauleitung hat das Büro Markus Fehrs aus Neumünster übernommen. Ein Jahr hat es von der Grundsteinlegung bis zur Eröffnung des Gezeiten-Cafés gedauert. "Das ist ja mehr als ein reines Cafe“, freut sich Pastor Rudolf Schlender, "Ich werde hier auch regelmäßig Seelsorge für Trauernde anbieten." Schlender hat als Vorsitzender des Friedhofsausschusses den Bau mitbegleitet. Alle 14 Tage, immer mittwochs, ist der Pastor für die Menschen auf dem Friedhof da. Sie können spontan zu ihm kommen oder einen Gesprächstermin vereinbaren.

 

 

Raum findet im Gezeiten-Café auch die Beratung der Friedhofsverwaltung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beantworten alle Fragen zu Bestattungen, Gräbern und Grabpflege. Geplant sind außerdem von der Hospizinitiative Angebote für Trauernde. (jüs)

 

Fotos: Jürgen Schindler

 

Leiterin Karin Jahnke, Dieter Schröder, Karsten Wittorf
,
Pn. Simone Bremer, P. RudolfSchlender (v. I.)

 


Das Gezeiten-Café auf einen Blick

 

Finanzierung:

Investitionssumme:                                                                            620.000 Euro

davon

Rücklagen des Friedhofs:                                                                290.000 Euro

Kredit:                                                                                                 310.000 Euro 

Zuschuss des Kirchengemeindeverbandes Neumünster:              20.000 Euro       

 

 

Grundsteinlegung:           01.12.2010
Einweihung:                     27.11.2011

 

Architekten:

Karsten Wittorf, Kirchenkreis Altholstein (Pläne)
Markus Fehrs, Neumünster (Bauleitung)

 

Nutzfläche des Gebäudes: rund 200 m2,
verteilt auf ein Geschoss und sechs Räume
(ink!. Küche und Sanitäranlagen)

 

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag: 10 - 17 Uhr
Sonnabend und Sonntag: 14 - 17 Uhr

Mittwoch geschlossen
Cafébetrieb im Winter

 

Sortiment: Belegte Brötchen, Torten und Blechkuchen vom Ausbildungsverbund Neumünster (Nord­deutsche Gesellschaft für Diakonie) und aus eigener Herstellung, kalte und warme Getränke

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