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Im Rosendom würdig trauern
Neue Urnengemeinschaftsanlage mit Kuppelbau und Grab-Rondeel auf dem Südfriedhof eingeweiht

 

NEUMÜNSTER Glänzende, gebogene Stahlsäulen bilden ein Dach, unter dem Trauernde Besinnung finden, ein großes Rondeel von Gräbern spannt sich darum: "Rosendom" heißt die neue Urnengrabanlage auf dem Südfriedhof, die gestern die Friedhofsverwaltung und der Kirchengemeindeverband als Träger des Friedhofs vorstellten. Nach dem Lutherrosen- , Schmetterlings- und Ichthis-Garten ist dies die vierte Anlage dieser Art, mit der auf die steigende Nachfrage nach dieser Bestattungsform reagiert wird.

Es geht darum, den Verstorbenen ein ehrendes Andenken durch eine schöne und gepflegte Grabstätte zu bewahren", sagt Pastor Rudolf Schlender, Vorsitzender des Friedhofausschusses. Die Anlage, die Gärtnermeister Sönke Schroeder entwarf, beinhaltet geballte religiöse Symbolik: In der Bepflanzung mit rosa, dunkelroten und weißen Rosen spiegelt sich die Dreifaltigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist wider. Wie die sieben Schöpfungstage sind es sieben Dom-Säulen, die aus sieben Einzelsäulen bestehen, an der sich Kletterrosen empor-

 

Eine schöne Grabstätte mit glänzender Stahl kunst (von links): Über den gelungenen Rosendom freuten sich Gärtnermeister Sönke Schroeder, Schmied Manfred Küster, Pastor Rudolf Schlender, Pastorin Simone Bremer, Gärtner Jens Petersen und Dieter Schröder (Friedhofsverwaltung)                      

ranken sollen. Das Material verzinkter Stahl steht für die Ewigkeit, die korrodierenden Stahlstücke, auf denen die Granit-Namensplatten stehen, für Vergänglichkeit. Im Rosendom wird noch eine Rundbank aufgestellt, in die die Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung, Tapferkeit, Mäßigung,

Weisheit und Barmherzigkeit eingraviert werden. Die Anlage umfasst 250 Urnengräber. Kosten pro Grab inklusive pflege: 1920 Euro.

70 Prozent der rund 1000 Bestattungen pro Jahr sind Urnenbestattungen, so Dieter Schröder, Chef der Friedhofsverwaltung. 1960 waren es

 

vier Prozent. Pastorin Sybille Bremer, Vorsitzende des Kirchengemeindeverbandes: "Das ist Ausdruck unserer mobilen Gesellschaft. Angehörige leben nicht mehr vor Ort, die Menschen wollen niemandem zur Last fallen."

Gabriele Vaquette

 

16.04.2010

Nachbar
 

Kreative Ideen für den Friedhof

NEUMÜNSTER Inspirationen für den Rosendom auf dem Südfriedhof (nebenstehender Bericht) fand Gärtnermeister Sönke Schroeder auf Bundesgartenschauen in den vergangenen Jahren wie beispielsweise den Weidendom in Schleswig. Der Neumünsteraner, der sich augenzwinkernd als "Kreativabteilung des Friedhofs" bezeichnet, arbeitet dort seit 1992 und Schroeder       hat alle vier Urnengemeinschaftsanlagen konzipiert und umgesetzt: "Ich danke meinem Team, das engagiert mitzieht und meine Ideen realisiert." Gearbeitet hat der 43­Jährige, der beim Gartencenter Heinrich Schneede Baumschulgärtner gelernt hat, bereits in allen Sparten des Gärtners - Blumen und Zierpflanzen, Gemüsebau und Garten- und Land­schaftsbau. Die Arbeit auf dem Friedhof macht ihm Spaß: ,,Man kann kreativ mit den Materialien und der Bepflanzung spielen." Stolz ist er auf die Sammlung von Sommerflieder-Arten im Schmet­terlingsgarten: "Das ist für Schleswig-Holstein wohl einzigartig." Auch der Rosendom ist eine Einzelanfertigung und "ziemlich einmalig". Privat hat der verheiratete Vater dreier Kinder auch einen etwa 630 Quadratmeter großen Garten: "Der ist Dauerbaustelle - als Experimentierfeld für meine Ideen." vaq

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