historische Gräber Nordfriedhof* Lutherrose/Schmetterlings/Ichthys/Rosendom u. Dorotheengarten
Kindergräber Kriegsgräber
Der heute ca. 30 ha große Südfriedhof wurde nach den Plänen des Hamburger Gartenarchitekten Schackendorf angelegt und am 08. September 1929 von Propst Meifort seiner Bestimmung übergeben. Die erste Beisetzung fand am 16. Juni 1930 statt. Als Nachfolger des Friedhofsverwalters Hermann Rieke, gestaltete Karl v. Schierstedt 1948 die Friedhofsanlage im Zusammenhang mit der Anlage zum Gedenken an die Kriegstoten. Der Standort für eine neue Friedhofskapelle, die ursprünglich in der Mitte auf der vorderen Freifläche liegen sollte, wurde seitlich verschoben. Hierdurch entstand eine große Sichtachse bis zum Hochkreuz, das den Schwerpunkt für die Kriegsgräber bildet. Die Bepflanzung der neuen Flächen wurde in Heide ausgeführt, damals eine sparsame und gestalterisch qualitätsvolle Lösung. Diese Neuanlage wurde damals allgemein wegen ihrer schlichten Angemessenheit bewundert und war Vorbild für viele Friedhöfe im Lande.

1. Klinkermauer
(Haupteingang)

Der auffallende im Expressionismus der 20er Jahre entworfene sehr gut gestaltete Klinkereingang wurde von der Hamburger Fa. Schnackenberg und Siebold entworfen (Entwurfzeichnung vom 27. April 1927).

3. Wgr. Bb 2 – Grabstätte
Braasch

Dr. Arnold Braasch war der jüngste  der Gebrüder Braasch, die eine Hefe- und Schnapsfabrik am Großflecken 44 betrieben. Die ursprüngliche Fabrik erstreckte sich vom Großflecken bis an den Waschpohl. A. Braasch war der Chemiker, der u. a. im  2. Weltkrieg die Nährhefe erfunden hatte. Er hatte auch andere Patente angemeldet. Ein älterer Bruder bewirtschaftete vor dem zweiten Weltkrieg den Hof Fresenburg, der dann Flugplatz wurde und auf dem später die Böcklersiedlung errichtet wurde. Die Familie übernahm danach bis heute den Augustenhof in Brokenlande. Das Grabmal ist ein Granitfindling.

4. Wgr. Bb 1 – Grabstätte
Barg

Otto Barg hatte 2 Konfektionsläden am Großflecken 35 und 39. Fritz Hain sen. war der Hausarchitekt von Otto Barg und hat deshalb die Grabanlage entworfen. Er war der Auffassung, dass „ein Findling grundsätzlich waagerecht eingebaut werden soll. Senkrecht in die Erde gerammte Findlinge sind gewachsen und keine Kunstform.“  Im Krieg wurden gerne Findlinge als Grabsteine verwendet, weil es keine Steinmetze gab, die aufwändige Steinbearbeitungen durchführen konnten. Dr. Hartwig Barg, der Enkel von Otto Barg, hat die erste Bestandserfassung  für den Denkmalschutz in Neumünster durchgeführt.

5.  Wgr. Bb 13 – Grabstätte
Richter/Schröder                   

Der Stein ist sehr schön gearbeitet. Hier hat man mehr getan, als nur einen Findling aufgestellt. Durch diese Ornamentik ist der Grabstein wertvoller als ein normaler.

 

6. Wgr. Bb 15  - Grabstätte
Lund

Peter Lund  hatte einen Süßwarenladen, Großflecken 57, links neben dem alten Rathaus. Das Fachwerkhaus ist sehr hübsch restauriert. Mit diesem Findling wurde etwas mehr gemacht. Er ist flach gehalten und man hat Flächen herausgearbeitet. Für heutige Verhältnisse ist er sogar sehr interessant, weil hier dieses torsohafte herausgearbeitet wurde.

7. Wgr. Bb  3 – Grabstätte
Hanff

Ludwig Hanff hatte einen Großhandel für Farben und eine Drogerie Großflecken 52 . Das Haus, das die Familie in den 20er und 30er Jahren bewohnte, liegt in der Marienstraße 30. Dieses unsymmetrische Haus wurde vom Architekten Ross entworfen. Frau  Hanff war eine große Reiterin.

 

8. Wgr. Bb 11 -  Grabstätte
Rohwer

Die Maschinenfabrik Rohwer in der Wasbeker Straße war ursprünglich eine Eisengießerei.  Das Haus der Fam. Franz Rohwer war die Villa am Mühlenhof 42, in der sich jetzt das Pastorrat der Vicelin-Kirchengemeinde befindet. Es war eine der ersten Prominenten-Villen in Neumünster – entworfen vom Architekten Magnus Schlichting. Franz Rohwer gründete später mit Alexander Moll zusammen die Firma Moll und Rohwer (Eisengießerei und Emaillierwerk).

9. Wgr. Bb 10 – Grabstätte
Pries 

Die Fa. Pries war vor dem ersten Weltkrieg eine große Baufirma in Neumünster. Teile dieser Firma (die Möbeltischlerei) hat der Architekt Ross später übernommen. Bei sehr vielen Villen ab 1890 ist die Fa. Rudolf Pries federführend für die Gesamtausführung gewesen. Die Zeichen auf dem Findling – Alpha, Kreuz und Omega – bedeuten Anfang und Ende mit dem Kreuz. Der Stein hinten rechts in der Ecke ist der älteste  auf dieser Grabstätte (Emma Pries). Dies sieht man auch von der Gestaltung her (Frakturschrift).

10. Wgr. Bb  9 – Grabstätte
Oertling

Georg Oertling war Uhrmachermeister. Das alteingesessene Uhrengeschäft, Großflecken 3, wird heute noch von den Nachfahren der Fam. Oertling betrieben.

 

11. Wgr. Bb  8  - Grabstätte
Behnke

Ludolf Behnke war nach dem zweiten Weltkrieg von 1946 – 48 Oberbürgermeister der Stadt Neumünster. Seine Firma betrieb ursprünglich einen Rohstoffhandel in der Bahnhofstraße.

 

12. Wgr. Bd 1 – Grabstätte
Braasch

Die Fam. Braasch betrieb eine Hefe- und Schnapsbrennerei am Großflecken. Ihnen gehörte das gesamte Gelände der Haartkoppel. Jasper Braasch war Gründer der Fabrik. Der älteste Sohn ist, wie bei den meisten Fabrikantenfamilien in dieser Zeit, im Krieg gefallen. Beerdigt ist hier auch Wolfgang Wawrzynowicz - ein Freund der Familie, der bei einem Verkehrsunfall in Spanien verunglückte. Er war Kameramann in Hollywood und ist nach dem Ende seiner Laufbahn nach Deutschland zurückgekehrt. Sein Vater hatte in den 30er – 50er Jahren ein Foto- und Optikergeschäft in Neumünster. Architekt Hain sen. hat für Willy Braasch das Haus in der Hebbelstraße 27 entworfen.

13. Wgr. Bd 4 - Grabstätte
Reese/Leetz

Baurat Paul Reese war von 1900 bis zu seinem Tod 1943 mit einer Unterbrechung anfangs Stadtbaumeister, dann Magistratsbaurat und als solcher für die Hochbauten, im Wesentlichen die Schulen, der Gestalter. Sein Vater betrieb einen Getreidehandel mit Gaststätte im Haart 10. Das Fachwerkhaus konnte durch Reeses Initiative als Baurat in den 20-er Jahren erhalten werden. Paul Reese hatte Zimmerer gelernt in Eckernförde, an der TH Berlin studiert und war später als Baurat der wichtigste Konkurrent des Architekten Hans Roß. Dr. Hans Leetz war Zahnarzt in Grevesmühlen. Er war  verheiratet mit der einzigen Tochter Reeses. Ihnen gehörte das ehemalige Haus des Tuchfabrikanten Renk - Großflecken 41. Das Grab wurde von Arch. Fritz Hain sen. entworfen, der Reese in der Zusammenarbeit sehr schätzte. Der Granitgrabstein wurde von Steinmetz Heeschen gearbeitet.

14. Be 20 - Grabstätte
Heeschen

Der Fam. Heeschen gehörte ursprünglich das gesamte Friedhofsgelände an der Plöner Straße (Heeschens Acker). Die Familie hatte einen Steinmetzbetrieb der neben dem Verkauf von Grabsteinen u.a. auch Natursteinarbeiten im Hochbau durchgeführt hat. Der Betrieb war die einzige große Nartursteinfirma in Neumünster und hatte damals fast alle Grabsteine auf unseren Friedhöfen geliefert. Dieses Grab ist so gestaltet, wie sich ein Steinmetz dies vorstellt. Es ist handwerklich tadellos gestaltet und sehr schön gearbeitet. Vom Stil her gehört es etwa in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Grabmal ist aus schwedischem Granit. Hans Heeschen hat oft mit Architekt Hain sen. zusammengearbeitet. Er war sehr honorig und korrekt im Einhalten von Preisen und Terminen.

15. Be 18 –  Grabstätte
Bachmann

Die Einhorn-Apotheke am Großflecken 40 (jetzt Einhorn-Haus) war die älteste privilegierte Apotheke am Ort. Dr. Karl Bachmann war studierter Jurist, der die Apotheke übernehmen musste, nachdem sein Vater in den Ruhestand gegangen war. Seine Frau war eine geborene Thode, deren Vater ein bekannter Anwalt in Neumünster der 20er und 30er Jahre.

 

16. Be 12 – Grabstätte
Peters

Ernst Peters besaß ein Süßwarengeschäft am Kuhberg 33, später in der Wasbeker Straße. Der Grabstein aus Muschelkalk fällt auf durch seinen ornamentalen Schmuck einer Gesimsbekrönung.

 

17. W A 5 – Grabstätte
Sörensen

Peter Sörensen war der Inhaber des Aluminiumwerkes Sörensen & Köster in Brachenfeld, Hauptstraße 43/45, später VAW.

 

18.  W A 15 – Grabstätte
Bruns

Dr. med. Christopher Bruns war Augenarzt in Neumünster und besaß das unter Denkmalschutz stehende Haus vom Arch. Hans Roß, Fritz-Reuter-Str. 2 (erbaut 1913). Ein sehr gut gestalteter Grabstein.

19. W A 17 – Grabstätte
Köster

Ewald Köster war Besitzer der Lederfabrik Nortorf.

20. W A 12 – Grabstätte
Kowsky

Fritz Ernst Kowsky hatte ein Sanitätshaus am Kuhberg 25 gegründet, das heute noch besteht.

 

21. WA 16 –  Grabstätte
Wagner

Die Fam. Wagner gründete und betreibt seit mehreren Generationen die bekannte Baufirma Hans Wagner. Der Findling strahlt in seiner Gestaltung eine ruhige Gelassenheit aus.

22. W A 4a – Grabstätte
Lehmkuhl

Walter Lehmkuhl war Oberbürgermeister der Stadt Neumünster von 1950 bis 1970 in den entscheidenden Wiederaufbaujahren. Der Jurist war vorher Oberstadtdirektor in Kiel in der Verwaltung des dortigen herausragenden Oberbürgermeisters Andreas Gayk.

 

23. Wgr. Cc  6 – Grabstätte
Ehlers

Eine architektonisch sehr schön entworfene Grabstelle. Wilhelm Ehlers stammte aus einer Möbeltischlerei und war der Gründer des späteren Möbelhauses Ehlers in der Wasbeker Straße. Eine der ersten Grabstellen auf dem Südfriedhof, die wieder mit Buchsbaumhecke, Efeu und Rhododendron gestaltet war. Das war das gärtnerische Vokabular am Ende des 19. Jahrhunderts. Auf dem Nordfriedhof kann man es in Teilen noch sehen. Diese Grabstelle ist sozusagen die Neuentdeckung dieser strengen Grabkultur.

24. Wgr. Cc  7 – Grabstätte
Meifort

Nicolaus Meifort war Propst in Neumünster von 1915 bis 1933 als Nachfolger von Propst Riewerts. Propst Meifort wurde vorzeitig aus dem Amt gedrängt und ist bei einem Bombenangriff 1944 umgekommen. Seine Tochter war verheiratet mit dem Architekten Otto Lippelt. Der gebürtige Hamburger war der erste diplomierte Architekt in Neumünster. Er war Baupfleger der Kirche als Nachfolger von Hans Roß und baute das Tungendorfer Pastorat in den 20er Jahren. Nach dem 2. Weltkrieg Pastorat und Gemeindehaus mit Kindergarten in der Böckler-Siedlung und die Wichernkirche. Die Grabanlage (Kalkstein mit Bronzeschrift) wurde auch von ihm mustergültig gestaltet in der Charakteristik der ausgehenden 20er Jahre.

25. Wgr. Cc 10 – Grabstätte
Lenz

Paul Lenz hatte die Wappenklause in der Gasstraße nach dem Krieg aufgebaut. Damals war es das wichtigste Speiserestaurant in Neumünster. In den 20er Jahren soll es einmal die Volksküche gewesen sein. Alle wichtigen Veranstaltungen fanden nach dem Krieg in der Wappenklause statt.

26. Wgr. Cd 8 – Grabstätte
Krüger

Dr. med. Krüger war Arzt und mit einer Enkelin der Familie Hinselmann verheiratet. Das Steinmaterial der Grabanlage ist ornamental besonders gut gestaltet und qualitätvoll handwerklich bearbeitet.

27. Ed 363 – Grabstätte
Bischoff

Der ornamentierte Grabstein ist hervorzuheben, weil ein handwerklicher Ehrgeiz hinter dieser Arbeit erkennbar ist.

 

28. Dc 28 – Grabstätte
Cuntze

Oswald Cuntze war der Inhaber der Flora Apotheke am Kuhberg 8. Es war die zweitälteste des Ortes. Das Gebäude gehört zu den hervorragenden Bauten seiner Zeit (Arch. Stapf, Kiel – der auch der Erbauer der Commerzbank war).

29. Fd 42 – Grabstätte
Storjohann/Kühn

Dr. med Storjohann, der 1938 Dr. Vogt ablöste, war über einen langen Zeitraum der einzige Kinderarzt in Neumünster. Er hatte seine Praxis in der Rendsburger Str. 7 (sehr schönes Haus des Arch. Roß – wurde später abgebrochenen). Er war etwa 40 Jahre tätig. Gustav Kühn war sein Schwiegervater und Direktor der Blindenanstalt in Kiel (später in Selent).

30. Jf -
Dreiköpfige Stele

Diese Stele stammt von dem Bildhauer Hermann Pohl aus Kassel, der auch die Steine am Platz der ehemaligen Friedhofskapelle auf dem Nordfriedhof (7 Steine) gearbeitet hat. Die Köpfe haben noch etwas von der nordisch geprägten Idealform der 30er Jahre. Das Material könnte Oberkirchner Sandstein sein.     Herr von Schierstedt hatte den Bildhauer kennengelernt in der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal. In dieser Arbeitsgemeinschaft wirkten gute Bildhauer mit, die durch diesen Kontakt nach Neumünster gekommen sind. So hat dann auch ein Bremer Bildhauer z.B. den Christus an der Einfelder Kirche und Bildhauer Pohl die ehemalige Kanzel für die Vicelinkirche (jetzt in der Wichernkirche) gestaltet.

31. Hb - liegender Stein am Gefallenen-Gräberfeld

Der Stein wurde von Bildhauer Gnekow aus Marne handwerklich sehr gut in Muschelkalk gearbeitet. Den Spruch hat Propst Steffen festgelegt -  „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“. Das Gefallenen-Ehrenmal an der Boostedter Kirche stammt auch vom gleichen Bildhauer. Dort ist auch dieses Ankerzeichen zu sehen.

 

32. Gb 21 – Grabstätte
Conen

Wilhelm Conen war ursprünglich jugoslawischer Staatsbürger. Er hatte bereits als junger Mann Fleischfabriken in Serbien und Ungarn. Während der Herrschaft Titos war er in Haft und wurde dann durch Bemühungen des Rotary-Clubs und frühere Kontakte in die Schweiz und die USA befreit. Er hat seinen Lebensabend in Neumünster verbracht und ein Buch über sein Leben geschrieben. Rotarier war er bereits seit 1927.

33. Gc 80 b – Grabstätte
Hain

Friedrich Wilhelm Hain war gelernter Bildhauer und Stukkateur und ist dann als Autodidakt Architekt geworden. Er hatte das Architektenbüro Ross 1922 übernommen und war bis 1951 Architekt in Neumünster. Als Angestellter im Büro Roß arbeitete er vor dem ersten Weltkrieg mit an der Villa Eilers und der Anscharkirche. Von ihm stammen dann später die Entwürfe für die alte Ortskrankenkasse 1926, die Kirche in Einfeld 1934, das Propstenhaus an der Anscharkirche 1936 und der Wiederaufbau der zerbombten Anscharkirche 1949. Wie es damals oft üblich war, hat er als Architekt auch Garten- und Grabanlagen entworfen. So wurde auch das eigene Grab nach seinen Vorstellungen mit einer liegenden Sandsteinplatte mit eingekerbten römischen Antiqua Versalien entworfen. Die Grünplanung erfolgte nach den Vorstellungen der Gesamtanlage als Heidefriedhof von Herrn von Schierstedt

34. Gc  80 c – Grabstätte
Specht
           

Otto Specht war ein bedeutender Elektromeister, der seinen Elektrobetrieb und sein Geschäft für Leuchten und Radiogeräte am Großflecken 32 betrieb. Wichtige Bau- und Fabrikinstallationen wurden in der aufstrebenden Fabrikstadt von seiner Firma durchgeführt.

35.  Wgr. Fc  64 – Grabstätte
Köster

Heinz Köster war der Inhaber der Lederfabrik Emil Köster in Gadeland. Er fand im zweiten Weltkrieg in Russland den Tod. Die Grabanlage ist großzügig im Stil der Fabrikantengräber der Vorfahren auf dem Nordfriedhof gestaltet. Der Stein eindrucksvoll bearbeitet in schwarzem Granit.  

36. Wgr. Fc  63 – Grabstätte
Marsian

Das Grab wurde von Hermann Marsian dem Inhaber des großen von ihm aufgebauten neumünsteraner Bekleidungswerkes Maris angelegt. Die Figurengruppe schuf der Bildhauer Hermann Pohl. Die ungewöhnliche Grabplatte in Eisenguss wurde von dem Bildhauer Weiland gestaltet. Sie hebt den persönlichen markanten Schriftzug des Verstorbenen, der auch das Firmensignet beherrschte, hervor.

37. Wgr. Fc  67  - Grabstätte
Lindloff

Gustav Lindloff war Postamtmann, seine Tochter Lehrerin an der Peterschule. Das Grab erhielt einen für damalige Verhältnisse handwerklich sorgfältig bearbeiteten auf den ursprünglichen Heidefriedhof bezogenen Oberkirchener Sandstein.

 

38. Wgr. Fc  73 – Grabstätte
Reichert

Paul Reichert war Möbeltischlermeister und Innenarchitekt in der Firma Pries, die am Anfang des 20. Jahrhunderts von dem Arch. Roß übernommen wurde und anspruchsvolle Innenausbauten für die Villen in der Marienstraße und beim Neubau der Anscharkirche (durch Bomben zerstört) anfertigte. Auch der Innenausbau der Rheumaheilstätte in Bad Bramstedt, die in den 20er Jahren errichtet wurde, stammt von ihm. Er war, nachdem der Betrieb geschlossen wurde, in seiner kleinen Tischlerei im Haart 37 ein besonderer Lehrmeister. Sein Nachfolger wurde Reimer Bartram. Heute ist die Firma im Besitz von Peter Heinrich.

39. Ec 83 – Grabstätte
Wulf
  

Sehr gut gearbeiteter Stein, der den mittelalterlichen Steinen auf den alten Friedhöfen in Eiderstedt oder auf den Nordseeinseln nachempfunden ist. Das Rosenmotiv kommt aus dem Jugendstil. Der Grabstein besteht aus Travertin.

 

40. Ec  90 – Grabstätte
Wachholtz/Spangenberg 

Spangenberg war Direktor des Mädchengymnasiums in der Holstenstraße 35 (später Klaus-Groth-Schule). Er war der Schwiegervater von Karl Wachholtz, dem Gründer des Wachholtz-Verlages. Die Granitstele entspricht in Schrift und Material den Gestaltungsmerkmalen vom Ende des 19. Jahrhunderts.

 

42. Wgr. Db 142 Grabstätte
Wachholtz 

Ulf Wachholtz war Verleger und Sohn von Karl Wachholtz. Gertrud Brinkmann war die Mutter seiner Frau Dr. Gisela Wachholtz – der Seniorin der Wachholtz-Gruppe.

 

43. Dc  74 – Grabstätte 
Horn

Die rötliche Granitstele in dreieckiger Grundform ist im Maßstab sehr unpathetisch und schlank proportioniert. Die gestalterisch zurückhaltende und doch ungewöhnliche Form der Grabanlage gehört zu den besonders hervorzuhebenden Anlagen auf dem Südfriedhof. In ihrer strengen Geometrie erinnert Sie an römische Gräber. Buchsbaumhecken und Säuleneiben transponieren Klassik in den Norden. Der Bodendecker war ursprünglich Efeu, die Symbolpflanze für Unsterblichkeit, Sinnbild des Todes und des ewigen Lebens. Auch die Bank - früher ein wesentliches Element der Grabgestaltung - wurde hier besonders sorgfältig ausgeführt. Von der Grundstücksgeometrie bis zu den Gestaltungselementen ein vollkommener Entwurf. (Arch. R. Wuttke).

44. Dc  8 -  Grabstätte
Teichelmann

Gut bearbeiteter Stein, an das Mittelalter angelehnt.

 

45. Wgr. Cc 243 -
Grabstätte Kehr

Bernhard Kehr war Elektroingenieur. Er hatte eine Installationsfirma im Hinselmann-Haus gegenüber dem Rathaus. Er war ein sehr guter Fachmann. Der Stein ist etwas aufwendiger gestaltet und besteht aus schwarzem Granit.

 

 

46.  Ed 364 – Grabstätte
Wuttke

Der Fam. Wuttke gehörte eine Papierwarenfabrik in der Bahnhofstr. 42. Ein sehr gut proportionierter Grabstein in Granit mit Gold ausgelegter Schrift.

 

47. Wgr. Bc  1 – Grabstätte
Gerlitzky

In der Nähe der Auferstehungskapelle finden wir einen sehr gut proportionierten Granitstein, der mit unterschnittenem Sockel auf einer Umrandung aus rotem Sandstein ruht. Daneben steht ein Metallkreuz. Die hervorragend gestaltete Grabanlage gehört zu den besten des Friedhofes. Dr. Werner Gerlitzky war Arzt in Ludwigsburg. Das Grabmal wurde von Herrn von Schiestedt entworfen. Das Kreuz von der St. Jürgens Kirche in Rendsburg.

 

 48.  Wgr. Da 4 – Grabstätte
Clouth

Die Fam. Clouth kam aus Guben in Schlesien, wie auch der Fabrikant Wolf, der hervorragende Stoffe herstellte und nach der Flucht aus Schlesien eine Fabrik in der Ringstraße betrieb (ehem. Köster). Bernhard Clouth betrieb einen Wollhandel in der Sedanstraße.

49. Wgr. Fa  5 – Grabstätte
Lambrecht  

Siegfried Lambrecht war Architekt. Er hatte in Weimar studiert, war über Berlin nach Kiel gekommen und hatte dort, im Landesbauamt tätig, die orthopädische Klinik gebaut. Von Kiel ging er als Kreisbaurat nach Oldenburg und hatte in Bad Schwartau eine Privatklinik errichtet und für eine Turnhalle (inzwischen abgebrochen) in Schönwalde am Bungsberg die erste Seildachkonstruktion in Schleswig Holstein in handwerklicher Bauart konstruiert. Er kam nach Neumünster, um den Erweiterungsbau des Friedrich Ebert Krankenhauses an der Friesenstraße nach einem neuen Grundrißkonzept zu planen. Während der Planung ist Siegfried Lambrecht dann in überarbeitetem Zustand während einer Operation plötzlich gestorben. Der Bau blieb stecken und wurde von dem Architekten Lewitzki, Berlin, weitergeführt, um dann nach Umplanungen von den Architekten Schnittger, Kiel, endgültig fertiggestellt zu werden. 

50. Wgr. Fa  5c – Grabstätte Hammer

Dr. Wilhelm Hammer war Generalarzt. Wohl der höchste Rang, den man als Militärarzt erreichen konnte. Sein Bruder war Professor für Zahnmedizin an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel.

 

51. Wgr. Fa  10  - Grabstätte 
Rocke
 

Dr. Rocke war ein rhetorisch hochbegabter Strafverteidiger und Begründer des renommierten Rechtsanwaltsbüros Rocke und Thun. Elementarer Findling.

 

52.  Wgr. Fa  11 – Grabstätte Schiffmann

Der Grabstein (Findling) wurde mit einer Efeu-Ranke reizvoll ornamentiert.

 

 

53. Wgr. Fa 17 – Grabstätte Eichholz

Der Grabstein aus Granit wurde in Schrift und Struktur sehr gut bearbeitet.

 

 

55. Wgr. Ga 6 – Grabstätte
Sauer

Otto Sauer war Direktor der Gießerei „Nordischen Stahlwerke“. Ein gut entworfener Grabstein aus Muschelkalk, der vermutlich vom Architekten Bruno Wittig entworfen wurde. Dieser hatte auch das Haus der Fam. Sauer in der Rendsburger Straße entworfen.

56. Wgr. Ga  8 – Grabstätte Hinselmann/Blume

Die Fam. Hinselmann war früher Eigentümer des Hinselmann-Hauses am Großflecken, das jetzt in veränderter Form an den Waschpohl umgesetzt wurde. Hinselmanns waren die Besitzer der Holstenbrauerei. Marie Hinselmann ist eine geb. Harms. Der Familie Harms gehörte die Harms-Brauerei in der Rendburger Straße (später Maris - jetzt abgebrochen). Elisabeth Blume war eine Tochter. Blumes waren Gutsbesitzer und kamen als Flüchtlinge aus dem Osten nach Neumünster.

 

57. Wgr. Ha  3 – Grabstätte Ahlschwede

Eduard Ahlschwede betrieb ursprünglich ein Geschäft für Qualitäts-Weißwaren in der Schützenstr. 5 und am Großflecken. Die verwandtschaftliche Bindung zu dem Künstler Bernard Schumacher führte zu dem Gedenkstein, der seine Handschrift und die Lebensdaten trägt. Er war in Akyap/Rangoon (Indien) geboren. Nach dem Studium in London war er bereits 22-jährig Mitglied der „Royal Academy of Arts“. Seine Zeichnungen wurden schon früh preisgekrönt und veröffentlicht. Durch eine Erkrankung im Militärdienst gelangte Schumacher nach Neumünster, wo er sein Atelier am Kleinflecken 22 einrichtete. Wichtige, anspruchsvolle Radierungen verschiedener Ansichten unserer Stadt, unter anderem ein Ölgemälde von der Anscharkirche, gehören zu seinen Werken. Er war ein Zeitgenosse von Arch. Roß  und Baurat Reese. Die Grabanlage ist gut gestaltet.

2. Auferstehungskapelle
 

Die Auferstehungskapelle wurde im Jahr 1957/58 von dem Architekten Friedrich Wilhelm Hain und Heinrich Bülk entworfen. Eine grundlegende Erneuerung der Kapelle erfolgte im Jahr 1997. Der Bildhauer Jan Koblasa gestaltete die für den gesamten Umbau wichtigsten Elemente im Altarraum und deren Zuordnung. Das den Raum beherrschende Kreuz aus glasierter Keramik wurde von Koblasa zusammen mit Sonia Jakuschewa in Ch. A. Petersen Ziegelei, Egernsund, in Einzelplatten modelliert und dunkelblau glasiert. In der Kapelle finden heute jährlich ca. 550 Trauergottesdienste statt. Dadurch ist die  Auferstehungskapelle eine der am meisten besuchten Kirchen im norddeutschen Raum. In dem Kapellengebäude befinden sich u. a. Besucherräume, Kühlräume und Aufbahrungsräume für Verstorbene.
Für Gemeindeglieder der Ev.-Luth. Kirche ist der Gottesdienst (die Trauerfeier) in der Auferstehungskapelle kostenfrei, weil die Benutzungskosten der Kapelle von Kirchengemeinden des Ev. Luth. Kirchengemeindeverbandes Neumünster übernommen werden. Anlässlich des Kapellenumbaus 1997 wurde eine Broschüre herausgegeben, die in der Kapelle und in der Verwaltung der kirchlichen Friedhöfe ausliegt.

58. Ha- Hd
Bombenopferfeld

Im Jahr 1942 wurde dieses Grabfeld schon in die nahe Zukunft schauend, für die Bombenopfer des 2. Weltkrieges von Friedhofsoberinspektor Karl von Schierstedt im Zentrum des Südfriedhofs angelegt. Das Bombenopferfeld gehört von der Gestaltung her zu den schönsten Anlagen der kirchlichen Friedhöfe Neumünster. Ursprünglich war es mit Sommerheide (Calluna vulgaris) abgepflanzt, wurde dann aber in den 60er Jahren von Friedhofsverwalter Robert Matthiensen mit Winterheide (Erica  carnea) umgestaltet. Hier sind 164 Soldaten und 726 zivile Opfer von Bombenangriffen auf Neumünster aus den Jahren 1942- 1945 beerdigt. "In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden".

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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